Einsatz: Verkehrsunfall - Gefahrguteinsatz

[13.11.2012] - Eigentlich sah alles nach einem normalen Verkehrsunfall aus, als wir an der Einsatzstelle eintrafen. Ein Transporter war auf einen geparkten LKW aufgefahren. Der Fahrer wurde hierbei leicht verletzt. Der Anschein trügte jedoch.

 

Die Thedinghauser Kameraden waren bereits vor Ort. Die Alarmierung lautete für sie zunächst "Technische Hilfeleistung - Verkehrsunfall". Nach Eintreffen und Erkundung stellte sich die Lage jedoch etwas anders dar. Der auffahrende Transporter war mit 500l Flüssigsauerstoff beladen. Nach ersten Messungen des ebenfalls mit alarmierten GW-Mess des Gefahrgutzuges des Landkreises Verden aus Achim konnte austretendes Gas, wenn auch in geringer Menge, festgestellt werden. Da flüssiger Sauerstoff zusammen mit den ebenfalls auslaufenden Betriebsstoffen eine nicht ungefährliche Reaktion hervorrufen kann, wurde die Alarmierung auf "Gefahrguteinsatz 1" geändert und so kam die Gefahrgutgruppe der Samtgemeinde Thedinghausen mit den Ortsfeuerwehren Riede, Thedinghausen und Emtinghausen zum Einsatz. 

 

Nach Eintreffen wurde die Einsatzstelle zunächst umfangreich abgesperrt. Um die Fahrzeuge bergen zu können, war es erforderlich den vorhanden Tankinhalt umzupumpen. Dieses stellte eine besondere Gefährdung dar, da zum einen die Fahrzeugbatterie des Transporters nicht abgeklemmt werden konnte und zum anderen ein Austreten des Sauerstoffes nicht ausgeschlossen werden konnte. Es wurde daher von der Einsatzleitung eine Evakuierung der anliegenden Bewohner und der Tankstelle im Umkreis von 100m von der Einsatzstelle angeordnet. Für die Bewohner wurde eine Anlaufstelle in der Gustav-England-Halle durch das DRK eingerichtet. Während der Umpumpmaßnahmen musste auch der Verkehr weiträumig umgeleitet werden. Das Transporterfahrzeug wurde, ebenfalls um Zündquellen zu vermeiden, in einen Schaumteppich eingehüllt.

 

Unsere Aufgaben waren Absperrmaßnahmen, Durchführung der Evakuierung, Mitstellung des Brandschutztrupps, Durchführung der weiträumigen Absperrmaßnahmen. Insgesamt waren wir mit 15 Kameraden den gesamten Nachmittag im Einsatz.

 

Hier die Pressemeldung der Polizei:

Nach einem Verkehrsunfall mit einem Auslieferungsfahrzeug für Flüssigsauerstoff mussten Anwohner und Personal einer Tankstelle an der Syker-Straße am Dienstag vorübergehend evakuiert werden. 30 Personen waren von der Maßnahme betroffen. Sie wurden - versorgt von einer Schnelleinsatzgruppe des DRK - vorübergehend in der Gustav-England-Halle untergebracht. Währenddessen wurde der Inhalt eines 500 Liter fassenden Sauerstofftanks im Laderaum des havarierten Transporters in ein eigens herangeschafftes Ersatzfahrzeug umgepumpt. Die Feuerwehr brachte einen Schaumteppich aus, um eine mögliche Explosionsgefahr zu verhindern. Ein Funke der Fahrzeugbatterie, die aufgrund de starken Deformierung des Unfall-Transporters nicht abgeklemmt werden konnte, oder ein Tropfen Flüssigsauerstoff hätten in Verbindung mit ausgelaufenem Kraftstoff oder Öl zu einer Stichflamme und damit zu einem größeren Unglück führen können. Aus Sicherheitsgründen wurde ein Radius von 100 Metern um die Unfallstelle herum gezogen. Weil das Ersatzfahrzeug der Halterfirma eigens aus Hamburg herangeschafft werden musste, zogen sich die Bergungsmaßnahmen bis zum späten Nachmittag hin. Solange blieb die Syker Straße für den Fahrzeugverkehr gesperrt. Der Unfall ereignete sich um 10.38 Uhr, als der von Emtinghausen in Richtung Thedinghausen fahrende Transporter-Fahrer einen am Fahrbahnrand abgestellten Möbel-Laster übersah und auffuhr. Durch den Zusammenstoß wurde die Beifahrerseite des Transporters bis zum Laderaum eingedrückt. Für einen Beifahrer hätte der Unfall schwere, wenn nicht gar tödliche Folgen haben können. Der 29-jährige Fahrer kam vergleichsweise glimpflich davon. Befürchtungen, dass er in den Trümmern seines Führerhauses eingeklemmt ist, bestätigten sich zum Glück nicht. Er konnte das Fahrzeug sogar selbstständig verlassen, musste jedoch mit leichten Verletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Der Fahrer des Möbel-Lasters befand sich zum Unglückszeitpunkt nicht in seinem Fahrzeug. Die Höhe des entstandenen Sachschadens an beiden Lkw wurde von der Polizei auf rund 25.000 Euro beziffert. Neben Polizei und der Gefahrgutgruppe der Thedinghauser Feuerwehr waren auch ein Leitender Notarzt, eine Schnelleinsatzgruppe der DRK und ein Angehöriger der Unteren Wasserbehörde des Landkreises im Einsatz.

 

Die Fotos wurden uns freundlicherweise von der Polizei und der Kreiszeitung zur Verfügung gestellt.

 

Kräfte am Einsatzort:

ELW1 Thedinghausen, GW-R Thedinghausen, TLF 16/25 Thedinghausen, GW-G Thedinghausen, MTF Thedinghausen, LF 8 Thedinghausen, LF 8 Riede, TSF-W Emtinghausen, GW-Mess LK, SGW LK, SEG des DRK, regulärer Rettungsdienst, Polizei, Untere Wasserbehörde, Leitender Notarzt DRK, Landesstrassenmeisterei, Bauhof Thedinghausen

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