Beschreibung "Zugführer" Lehrgang

Dieses ist der zweite Führungslehrgang in der Freiwilligen Feuerwehr. Während dieses mindestens 70 stündigen Lehrgangs soll der Teilnehmer das Wissen vermittelt bekommen, um die taktische Einheit, den Zug, führen und Einsäetze bis zur Stärke eines erweiterten Zuges leiten zu können. Um an diesem Lehrgang teilnehmen zu können, muss die Gruppenführerausbildung erfolgreich absolviert worden sein.

Zu den Unterrichtsinhalten zählen:

  • Rechtsgrundlagen/Organisation des Brandschutzes: Die Teilnehmer müssen die unterschiedlichen Arten von Vorschriften/Regelungen über den Brandschutz im Land Niedersachsen kennen und hinsichtlich ihres Rechtscharakters und ihrer Rechtsverbindlichkeit einstufen/erklären können. Sie müssen Bedeutung, Zielsetzung und Aufgaben der Kommunalaufsicht sowie die Zuständigkeiten innerhalb der Kommunalaufsicht im Bereich des Brandschutzes erklären können.
  • Gefahren der Einsatzstelle (z.B. Atemgifte / Chemische Stoffe / Elektrizität / Explosionen): Die Teilnehmer müssen die Gefahren der Einsatzstelle, hier durch Atemgifte, Elektrizität, chemische Stoffe und Explosionen lagebezogen erkennen, beurteilen und für einen Zug die richtigen Einsatzmaßnahmen daraus ableiten, befehlen und durchführen können (Lagebeurteilung/Kräfteansatz). Kenntnisse aus dem Gruppenführerlehrgang werden gezielt vertieft und erweitert, wobei schwerpunktmäßig die o.g. Themenbereiche behandelt werden.
  • Gefährliche Stoffe: Die Teilnehmer müssen die erforderlichen Erstmaßnahmen bei Einsätzen in Gegenwart gefährlicher Stoffe auf Zugführerebene bzw. als Einsatzleiter veranlassen können. Vorkenntnisse über Kennzeichnungen und Eigenschaften von gefährlichen Stoffen werden aufgefrischt bzw. aktualisiert und hinsichtlich der Führungsaufgaben erweitert.
  • Gefährliche Stoffe - Kernstrahlung / Messgeräte: Die Teilnehmer müssen die Gefahren der Einsatzstelle durch radioaktive Stoffe erkennen und einschätzen können und wissen welche Maßnahmen im Rahmen der Einsatzvorbereitung und im Einsatzfall auf Zugebene bis zum Eintreffen von Strahlenschutzsondereinheiten zu treffen sind bzw. unter Berücksichtigung der jeweiligen Lage getroffen werden können.
  • Ausbilden: Inhalte und Unterrichtsschwerpunkte entsprechen denen des Gruppenführerlehrganges (Wiederholung und Vertiefung), wobei auch auf den Aspekt der Aufsichts- und Koordinationsfunktion des Leiters einer Feuerwehr bei der lfd. Ausbildung besonders hingewiesen wird.
  • Brandbekämpfung/Zugeinsatzformen: Die Teilnehmer müssen sich lagebezogen für die richtige Zugeinsatzform entscheiden können und die Befehlsgebung beherrschen.
  • Baukunde: Die Teilnehmer müssen objektspezifische Gefahren lagebezogen erkunden und beurteilen können, um hieraus die richtigen Einsatzmaßnahmen ableiten zu können. Grundlagenkenntnisse aus Vorlehrgängen werden im Hinblick auf die Beurteilung der Standsicherheit von baulichen Anlagen im Brandfall erweitert und vertieft.
  • Einsatzplanung und -vorbereitung; Objektkunde und -beurteilung: Die Teilnehmer müssen befähigt werden, selbständig eine Objektbeurteilung als Grundlage für die Festlegung von Ausrückestärken im Rahmen der Aufstellung oder Überprüfung von Ausrückeordnungen durchzuführen. Das Beurteilungsverfahren wird auf Grundlage der Begehung eines real existierenden Objektes durchgeführt.
  • Einsatzpläne: Die Teilnehmer müssen befähigt werden, Ergebnisse von Objektbegehungen fachgerecht in der Erstellung von Feuerwehreinsatzplänen einzubringen.
  • Einsatzplanung und -vorbereitung/Ortsbeschreibung: Die Teilnehmer müssen Bedeutung und Inhalte von Ortsbeschreibungen als Bestandteil von Katastrophenschutzplänen erklären können.
  • Besondere Gefahren/Atomare Kampfmittel: Den Teilnehmern soll ein Überblick über die spezifischen Gefahren durch Atomare Kampfmittel sowie Schutzmaßnahmen gegeben werden.
  • Führen: Die Teilnehmer sollen Zielsetzung und Funktionen des Führens verstehen. Ihnen sollen die Zusammenhänge zwischen Führungspersönlichkeit, Führungsverhalten und Führungsstilen sowie deren Auswirkungen vermittelt werden. Sie sollen mit den wesentlichen Führungsgrundsätzen vertraut gemacht werden. Vorkenntnisse werden erweitert, vertieft und anwendungsbezogen in Form von Gruppenarbeiten umgesetzt.
  • Einsatztaktik/Einsatzablauf: Die Teilnehmer sollen die Zeitreihe, Einflußgrößen und Optimierungsmöglichkeiten von Einsatzabläufen im Rahmen der Einsatzplanung und -vorbereitung sowie im Einsatz selbst erklären können.
  • Einsatztaktik/Grundsätze: Die Teilnehmer sollen die Grundsätze der Einsatztaktik kennen und verstehen. Vorkenntnisse werden vertieft und in Hinblick auf den Kräfteansatz auf Zugebene erweitert. Die erworbenen Kenntnisse werden in taktischen Aufgaben und Planspielen angewendet.
  • Einsatzleitung/Führungssystem: Die Teilnehmer sollen Bedeutung und Möglichkeiten des Führungssystems für die Einsatzoptimierung erkennen. Vorkenntnisse werden im Hinblick auf die Anwendung des Führungssystems auf Zugführer und Einsatzleiterebene vertieft, erweitert und im Rahmen von taktischen Aufgaben und Planspielen zur Anwendung gebracht.
  • Einsatztaktik/Bereitschaft: Die Teilnehmer müssen verstehen, wie Züge der Kreisfeuerwehrbereitschaften eingesetzt werden können. Im Rahmen des Unterrichtes vermittelte Grundlagenkenntnisse werden im Rahmen einer taktischen Aufgabe anwendungsbezogen vertieft.
  • Brandbekämpfung/Wasserförderung: Die Teilnehmer müssen einen Löschzug bei der Wasserförderung taktisch richtig einsetzen können. Vorkenntnisse aus dem Gruppenführerlehrgang werden gezielt vertieft und erweitert.
  • Vorbeugender Brandschutz: Die Teilnehmer sollen die Bedeutung des Vorbeugenden Brandschutzes (VB) für den Abwehrenden Brandschutz (AB) sowie die Zusammenhänge zwischen Risiken einer baulichen Anlage und dem erforderlichen Sicherheitskonzept (VB und AB) für den Brandschutz verstehen. Vorkenntnisse aus dem Gruppenführerlehrgang werden gezielt vertieft und erweitert.
  • Kolonnenfahrt: Die Teilnehmer müssen die rechtlichen Grundlagen zum Führern größerer Einheiten (z.B. im Rahmen der Kreisfeuerwehrbereitschaft) auf öffentlichen Verkehrswegen kennen und anwenden können.
  • Unfallverhütung: Die Teilnehmer müssen Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten der Funktionsträger im Bereich Unfallverhütung insbesondere auf Gemeindeebene erklären können.

Quelle: Lernunterlage Zugführerlehrgang, LFS Loy 2004

Auch dieser Lehrgang findet zwei Wochen lang an den Landesfeuerwehrschulen Celle und Loy statt, wo die Lehrgangsteilnehmer die Möglichkeit haben zu übernachten.