Am vergangenen Freitag lud Ortsbrandmeister Daniel Voigt zur jährlichen Jahreshauptversammlung ein. Zahlreiche Mitglieder sowie Gäste folgten der Einladung und blickten gemeinsam auf ein ereignisreiches und engagiertes Feuerwehrjahr zurück.
Im Rahmen der Jahreshauptversammlung gab der Ortsbrandmeister einen ausführlichen Überblick über die Entwicklung sowie die vielfältigen Aktivitäten der Feuerwehr im vergangenen Jahr. Zum Stichtag 31.12.2025 verzeichnet die Feuerwehr insgesamt 172 Mitglieder. Davon gehören 73 Kameradinnen und Kameraden der Einsatzabteilung an, darunter acht Frauen. Die Jugendfeuerwehr zählt aktuell 20 Mitglieder, wovon sechs Mädchen sind. In der Ehrenabteilung sind 34 Mitglieder geführt, ergänzt durch 36 fördernde Mitglieder.
Ein besonderer Schwerpunkt lag auch im Berichtsjahr auf der Aus- und Fortbildung. Insgesamt nahmen 22 Kameradinnen und Kameraden an Lehrgängen teil und absolvierten dabei zusammen 265 Ausbildungsstunden. Die erworbenen und vertieften Qualifikationen reichten von der Grundausbildung (QS1früher Truppmann), Atemschutz, Funk und technischer Ausbildung über Maschinist bis hin zu Gruppen- und Zugführer. Diese kontinuierliche Qualifizierung bildet die Grundlage für eine schlagkräftige und sichere Einsatzabwicklung.
Der Dienstbetrieb erwies sich erneut als äußerst umfangreich. Insgesamt wurden 12.327 Dienststunden geleistet. Davon entfielen 5.678 Stunden auf die aktive Abteilung, 5.093 Stunden auf die Jugendfeuerwehr und 459 Stunden auf die Ehrenabteilung zurück. Diese Zahlen verdeutlichen eindrucksvoll das hohe Engagement aller Abteilungen. Die Übungsdienste waren durchweg gut besucht und zeichneten sich durch ein hohes Ausbildungsniveau aus. Auch bei Arbeitsdiensten und Veranstaltungen war die Beteiligung stets sehr gut. Die Ehrenabteilung zeigte ebenfalls eine rege Teilnahme.
Mit insgesamt zehn Einsätzen verlief das Jahr vergleichsweise ruhig. Es wurden drei Brandeinsätze abgearbeitet, darunter eine Brandnachschau sowie eine starke Rauchentwicklung in Emtinghausen. Ein weiterer Brandeinsatz führte nach Thedinghausen, wo die Feuerwehr unter Atemschutz unterstützte. Zudem wurden vier Hilfeleistungseinsätze sowie drei Fehlalarme verzeichnet. Der Ortsbrandmeister betonte, dass sich die gute Ausbildung bei allen Einsätzen bewährt habe und alle Kameradinnen und Kameraden stets gesund von den Einsätzen zurückgekehrt seien.
Abschließend ging der Ortsbrandmeister auf die Anschaffungen des vergangenen Jahres ein. Neben einer Wisch- und Saugmaschine für die Fahrzeughalle konnte auch eine zweite Wärmebildkamera beschafft werden.
Neben den Berichten der Gruppenführer, die die Dienste des vergangenen Jahres noch einmal Revue passieren ließen, meldeten sich auch weitere Funktionsträger zu Wort. Der stellvertretende Jugendwart Till Stöver berichtete von einer konstant hohen Mitgliederzahl in der Jugendfeuerwehr. Neben zahlreichen Aktivitäten stellte insbesondere das Kreisjugendfeuerwehrzeltlager auf Fehmarn ein großes Highlight dar, auf das gerne zurückgeblickt wurde. Das nächste Zeltlager steht bereits bevor: Die Jugendfeuerwehr wird zu Gast beim Kreiszeltlager im Landkreis Diepholz sein. Ein besonderer Dank galt allen Unterstützern, insbesondere den zahlreichen Helfern bei den Fahrdiensten.
Der Gerätewart berichtete über den Ende Dezember gebraucht beschafften GW-L1, welchen den in die Jahre gekommenen GWG ablöse. Derzeit sind noch einige Umbaumaßnahmen am neuen Fahrzeug notwendig. Insgesamt befinden sich die drei Fahrzeuge jedoch in einem sehr guten und einsatzbereiten Zustand.
Auch das Thema Atemschutz fand seinen Platz im prall gefüllten Ablaufplan. Aktuell verfügt die Feuerwehr Emtinghausen-Bahlum über 19 einsatzfähige Atemschutzgeräteträger. Eine Zahl, vor der man sich in der Samtgemeinde keinesfalls verstecken müsse und auf die man stolz sein könne.
Ein besonderes Highlight jeder Jahreshauptversammlung sind die Ehrungen und Beförderungen. In diesem Jahr war dieser Punkt jedoch von einer Besonderheit geprägt. Aufgrund der Neufassung der Niedersächsischen Feuerwehrverordnung wurden neue Dienstgrade und Dienststufen eingeführt, die künftig landesweit einheitlich Anwendung finden. Die Übergabe der Urkunden sowie der neuen Schulterstücke übernahmen der stellvertretende Gemeindebrandmeister Andreas Willms und Kreisbrandmeister Dennis Körte. Eine Übersicht der neuen Dienstgrade finde Sie hier: Landesfeuerwehrverband Niedersachsen | Freiwillige Feuerwehren
Eine besondere Ehrung erhielt Reinhard Müller, der von Kreisbrandmeister Dennis Körte für 50 Jahre Mitgliedschaft in der Feuerwehr ausgezeichnet wurde.
Auch die Gäste hatten einiges zu berichten. Dieter Mensen gab seinen Nicht-Wiederantritt bekannt, sprach der Feuerwehr großes Lob aus und überbrachte die Grüße der Samtgemeindebürgermeisterin. Er bedankte sich für den stets herzlichen Empfang und betonte, dass er die Versammlungen vermissen werde.
Ebenso erklärte Bürgermeister und Vorsitzender des Feuerwehrschutzausschusses Gerold Bremer seinen Nicht-Wiederantritt. Er schilderte die aktuell angespannte finanzielle Situation, da die Kosten in nahezu allen Bereichen stark gestiegen seien, was die Entscheidungen zunehmend erschwere.
Der stellvertretende Gemeindebrandmeister berichtete zudem über die abgekündigten Funkgeräte, die nun schrittweise ersetzt werden. Mittlerweile gibt es zwei Kinderfeuerwehren in der Samtgemeinde. Er dankte sowohl der Jugendfeuerwehr als auch der Einsatzabteilung für ihr großes Engagement und ihre wichtige Arbeit. Neben einem Rückblick auf die Einsatzzahlen wurde auch auf die jüngsten Neubeschaffungen eingegangen.
Kreisbrandmeister Dennis Körte gab abschließend einen Einblick in den Neubau der Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ). Neben dem Neubau wird auch das Bestandsgebäude umfassend saniert. Geplant sind unter anderem eine neue Wäscherei, eine moderne Atemschutzwerkstatt sowie die Sanierung der Sanitäranlagen. Aufgrund neuer Beschaffungen, wie einem GW-Öl und einem ABC-Erkunder sowie stetig verschärfter Vorschriften wurde mittlerweile ein zusätzlicher Mitarbeiter für die FTZ eingestellt. Darüber hinaus berichtete er über das Projekt „Perspektiven gegenüber Einsatzkräften“. Ziel dieses Projektes sei es, in der Bevölkerung mehr Verständnis, Respekt und Wertschätzung für die Arbeit der Einsatzkräfte zu schaffen und diese aktiv zu vermitteln. Dabei müsse immer wieder in Erinnerung gerufen werden, dass Feuerwehrfrauen und -männer ihre Freizeit und Familienzeit opfern, um anderen Menschen in Notlagen zu helfen, oftmals unter schwierigen und belastenden Bedingungen. Dieses Engagement könne nicht hoch genug eingeschätzt werden und verdiene uneingeschränkte Anerkennung.
Im Zusammenhang mit den zunehmenden Extremwetterlagen ging Dennis Körte auch auf die Hochwasserereignisse der vergangenen Zeit ein. Um für zukünftige Einsatzlagen besser vorbereitet zu sein, wurde eine neue Sandsackfüllmaschine beschafft. Diese soll im Ernstfall eine schnelle und effiziente Befüllung von Sandsäcken ermöglichen und damit einen wichtigen Beitrag zum Hochwasserschutz leisten.
Abschließend bedankte sich der Kreisbrandmeister für die Einladung zur Jahreshauptversammlung, den offenen Austausch sowie für die engagierte und zuverlässige Arbeit der Feuerwehr vor Ort.
Ortsbrandmeister Daniel Voigt schloss die Versammlung um 22.08 Uhr.


